Snapchat nimmt die Schwere aus dem Alltag

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  • Juni 24, 2016
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Gegründet in 2011 von Evan Spiegel, Bobby Murphy und Reggie Brown hatte Snapchat zunächst nur die Funktion, Freunde für eine begrenzte Zeit an den eigenen Schnappschüssen teilhaben zu lassen. Doch immer mehr Unternehmen binden die Applikation in ihr Marketing mit ein. Aber was genau fasziniert mehr als 130 Millionen Menschen weltweit an der App? Zuerst ein paar Zahlen: Mittlerweile rangiert Snapchat bereits auf Platz 15 der weltweit am häufigsten genutzten Social Media Kanäle. Betrachtet man allein die USA, konnte die App hier schon in der Altersklasse von 12 bis 24 die Big Player abhängen und ist das meist genutzte Medium. Die demographischen Nutzerdaten zeigen deutlich, dass die Hauptzielgruppe Snapchats zwischen 18 und 24 Jahren liegt, mit einem Anteil von 37%. Weiterhin stark vertreten sind Nutzer im Alter von 13-17 und 25-34.

Der Unterschied zu anderen Social Media Kanälen

Vergleicht man Snapchat mit diversen anderen sozialen Netzwerken, fällt vor allem eines auf: die Authentizität.  Natürlich können auch hier Fotos bearbeitet werden. Aufgrund der Schnelligkeit und des Hintergrundes seine Follower live an Ereignissen teilhaben lassen zu wollen, dienen die Filter und Smileys eher zur Unterhaltung als zur Verzerrung und Beschönigung eines Videos oder Fotos. Dadurch, und auch durch die schnelle Interaktion mit interessierten Usern, fühlen sich diese persönlich angesprochen und involviert. Snapchat vermittelt den Eindruck eines direkten Gesprächs.

Snapchat als Marketing-Tool

Snapchat bietet für Unternehmen beinahe unzählige Einsatzmöglichkeiten, von Einblicken in den Betriebsalltag in Form von Kurzvideos, über Vorstellungen von neuen Produkten, bis hin zu Sonderaktionen für Snapchat-Follower. Der Fast Food Riese Taco Bell beispielsweise stellte exklusiv über das Netzwerk ein neues Produkt mit Erscheinungsdatum vor. Der ADAC und Pro7 hingegen nutzten die erste Woche, um jeden Tag eine andere Abteilung vorzustellen und Einblicke in die Vorgänge hinter die Kulissen zu geben. Dabei spielt vor allen Dingen, wie bereits erwähnt, ein authentisches Auftreten die größte Rolle. Wer nicht ehrlich ist, verliert im Snapchat-Game.

Die Gefahr des schnellen „Snapens“

Leichtfertig sollte man trotz des jungen und lässigen Charmes der App dennoch nicht damit umgehen. Als schwierig erweisen könnte sich die Gratwanderung zwischen schnellen, ungestellten und echten Snaps und der Gefahr, unüberlegt in ein Fettnäpfchen zu treten. Hierbei ist Fingerspitzengefühl gefragt. Zwar verschwindet die Snapchat Story, die Auflistung der eigenen Fotos und Videos, nach 24 Stunden wieder, zurücknehmen kann man Gesagtes und Gezeigtes jedoch nicht und Eindrücke bleiben.

Reinhard Pohlmann

"Regionale Verbundenheit, ein lebendiges Netzwerk und alte Werte sind grundlegende Faktoren, um das Neue zu erforschen."